Eignungspraktikum (20 Tage)

Das Eignungspraktikum ist eines der Praxiselemente in der neuen Lehrerausbildung und sollte möglichst vor Studienbeginn absolviert werden.

Das Praktikum ermöglicht eine strukturierte Erstbegegnung mit dem künftigen Arbeitsplatz Schule und bietet einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsfelder einer Lehrerin und eines Lehrers.

Durch das absolvieren des Eignungspraktikums sollen folgende Standards erreicht werden:

  1. die Situation der Schülerinnen und Schüler als individuelle Lerner wahrzunehmen und zu reflektieren.
  2. die Rolle der Lehrenden wahrzunehmen und zu reflektieren.
  3. die Schule als Organisation und Arbeitsplatz oder auf die Schule bezogene Praxis- und Lernfelder wahrzunehmen und zu reflektieren.
  4. erste eigene Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Feld zu erproben und auf dem Hintergrund der gemachten Erfahrung die Studien-und Berufswahl zu reflektieren.

 

 

Erwerbssituationen

Im Verlauf des Eignungspraktikums sollen die EP durch differenzierte Erwerbssituationen die oben aufgeführten Standards erreichen. Beispiele für Erwerbssituationen können sein:

Standard 1:

  • Beobachtung und Befragung von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Altersstufen.
  • Begleitung und kriteriengeleitete Beobachtung von einzelnen Schülerinnen und Schülern während eines Schultages. (z.B. Verhalten bei verschiedenen Arbeitsformen, Reaktion auf Lob oder Druck)
  • Unterstützung einzelner Schülerinnen und Schüler bei der Bearbeitung von Aufgaben. Pausengestaltung von Schülerinnen und Schülern

Standard 2:

  • Begleitung einer Lehrkraft im Unterricht, bei einer Pausenaufsicht, bei der Vorbereitung von Unterricht, bei Konferenzen, bei Korrekturen, bei Schulausflügen oder anderen außerschulischen Aktivitäten.
  • Befragung einer Lehrkraft zu Formen der Kooperation zwischen Lehrkräften an der Schule.
  • Erkunden der Aufgaben einer Klassenleitung.
  • Beschreibung des Lehrerhandelns in besonders herausfordernden Situationen

Standard 3:

  • Die Lernräume der Schule erkunden und ihre Funktion analysieren.
  • Gespräche mit in der Schule Beschäftigten über ihre Aufgaben, ihre Arbeitsbedingungen und ihren Arbeitsaufwand führen.
  • Ein Gespräch mit einem Mitglied der Schulleitung über die Organisation der Schule führen.

Standard 4:

  • Mitgestalten von begrenzten Unterrichtsanteilen unter Anleitung einer Lehrkraft.
  • Unterstützende Beteiligung an Fördermaßnahmen für einzelne Schülerinnen und Schüler.
  • Auswerten einzelner Beobachtungen von Schüleraktivitäten im Unterricht in Bezug auf die Beurteilung von Leistung.
  • Auswertungsgespräche mit den jeweils verantwortlichen Lehrkräften im Hinblick auf die Studien- und Berufswahl.

 

Organisation des Eignungspraktikums

Erstgespräch

Der erste Tag dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Die Eignungspraktikantinnen und Eignungspraktikanten (EP) werden durch den Schulleiter in der Schule begrüßt, lernen die Konrektorin und KollegInnen kennen. Der Mentor führt die EP durch das Gebäude, zeigt ihnen Klassen- und Fachräume und weist sie in die örtlichen Gegebenheiten ein.

Im Gespräch mit dem Mentor formuliert der EP persönliche Ziele, Fragestellungen und Vorannahmen zum Beruf der Lehrerin bzw. des Lehrers. Hieraus lasen sich auch mögliche Erwerbssituationen ableiten, die der EP aufsuchen kann oder sollte. Abschließend werden Aufbau und Bedeutung des zu erstellenden Portfolios besprochen.

Einführungstage

Die EP lernen die schulische Wirklichkeit kennen, indem sie in den ersten Tagen in einzelnen Klassen und Gruppen hospitieren. Dieser Zeitraum kann folgendermaßen gestaltet werden:

1. Tag: 5./6. Jhrg.        2. Tag: 7./8. Jhrg.              3. Tag: 9./10. Jahrgang

4. Tag: 1. Neigungsfach      5. Tag: 2. Neigungsfach6. Tag: eine Kollegin begleiten

 

Zwischenreflexion

Nach den ersten 10 Tagen ihres Eignungspraktikums findet eine Zwischenreflexion statt. Mit dem Mentor nehmen sie einen Rückblick auf den bisherigen Praktikumsverlauf und treffen evtl. neue Absprachen. Zudem wird ihre persönliche Zielformulierung thematisiert und gegebenenfalls neu formuliert.

 

Eignungsberatung

Zum Ende des Eignungspraktikums findet ein abschließendes Beratungsgespräch statt. Es werden die zentralen Erkenntnisse und Erfahrungen des Praktikums diskutiert sowie mögliche Perspektiven für die Wahl des Lehramts oder der Unterrichtfächer gegeben.

Durch die Rückmeldung des Mentors und den Hinweisen aus dem onlineunterstützten Beratungsverfahren wird dem EP eine persönliche Reflexion der Studien- und Berufswahl ermöglicht.

 

Weitere Informationen zum Eignungspraktikum finden Sie hier:

www.nrw.cct-germany.de

www.elise.nrw.de