Archiv 2012

 

Schuldnerberatung des Kreises Steinfurt setzt auf frühzeitige Prävention

Ehrenamtliche geben ihr Wissen an Jugendliche weiter – Herr Dipl. rer. pol. Otto Lohmann besucht Klasse 9c der Hauptschule Tecklenburg

 

Kreis Steinfurt/Tecklenburg. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c der Hauptschule Tecklenburg sind überrascht, manche auch etwas erschrocken. Otto Lohmann rechnet ihnen ganz nüchtern auf, wie schnell Haben und Soll auf dem Konto nicht mehr im Gleichgewicht sind. Der scheinbar günstige Handyvertrag, die schnelle Bestellung bei Amazon, der feucht-fröhliche Disco-Besuch – Kosten, die zu Buche schlagen und die erst einmal wieder „hereinkommen“ müssen.

 

Otto Lohmann ist einer von 15 Projektmitarbeitern, die sich seit einem Jahr für das Projekt „Ehrenamt in der Schuldnerberatung“ engagieren. Der Kreis Steinfurt hat 2011 dieses Präventionsprojekt ins Leben gerufen, um der zunehmenden Verschuldung gerade auch junger Menschen entgegen zu wirken. Ehrenamtliche Mitarbeiter, die durch langjährige Berufserfahrung kompetent im Umgang mit Geld sind, geben – beispielsweise in Unterrichtseinheiten für 8., 9. und 10. Klassen - ihr Wissen an Jugendliche weiter.

 

„Was kostet mein Leben?“, lautete die zentrale Frage, die Herr Lohmann jetzt mit der 9c der Tecklenburger Hauptschule eingehend beleuchtete. Dabei klärte er die Jungen und Mädchen über Verschuldungsrisiken auf und zeigte, wo Schuldenfallen drohen. Gleichzeitig informierte er sie über Ausgaben des Handys, des täglichen Lebensunterhaltes und über die Folgen, die drohen, wenn Rechnungen nicht bezahlt werden. Den Schülerinnen und Schülern gefiel das Gespräch so gut, dass Schulleiter Rudolf Grunden langfristig mit den Projektmitarbeitern zusammenarbeiten möchte.

 

„Verstärkte Präventionsarbeit ist ein wichtiger Baustein, finanzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und Überschuldung zu vermeiden“, so Diplom-Sozialarbeiterin Petra Dicke, die das Projekt beim Kreis Steinfurt betreut.

 

Der Kreis Steinfurt sucht weiterhin Ehrenamtliche, die zum Thema „Schuldenprävention“ einen Beitrag leisten möchten. Sie werden pädagogisch und fachlich geschult und können regelmäßige Austauschtreffen besuchen.

 

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Petra Dicke, Telefon 02551/ 69-2856, E-Mail: petra.dicke@kreis-steinfurt.de. Hier können sich auch Schulen melden, die an dem Projekt teilnehmen möchten.

Pressekontakt: Kirsten Weßling, Tel.: 02551/69-2160

Angelweltmeister besucht Schüler

Zander und Hecht zaubert Dietmar Isaiasch ganz nebenher an die Tafel. Es ist unterhaltsam und informativ, was der Fachmann zu berichten weiß. Foto: Ruth Jacobus

 

Tecklenburg - Der Zander ist ein missgünstiger Fisch. Gerade deshalb lässt er sich leicht überlisten. Wie, das erfuhren die Hauptschüler von Dietmar Isaiasch, seines Zeichens Raubfisch-Angelweltmeister.

Johannes Lohmöller hat einen großen Fang gemacht. Über Facebook hatte der Lehrer der Hauptschule mit Dietmar Isaiasch Kontakt aufgenommen und ihn schnell am Köder: Der Leiter der Angel-Arbeitsgemeinschaft bat den Weltmeister im Raubfischangeln, zu einem Vortrag nach Tecklenburg zu kommen. Gestern tauschte der Fachmann Rute mit Schulkreide.

Dietmar Isaiasch hat eine Devise: Wer viel fischt, weiß auch viel. Daher seine Aufforderung an die Schüler: Nicht so oft im Internet nach Informationen über das Angeln suchen, sondern hinausgehen an den See oder den Kanal, beobachten, sich mit Freunden austauschen über Fänge und Fangstellen.

Die Schüler hängen gebannt an den Lippen des Profis. Der erzählt von Hecht und Zander wie Martin Rütter über Hunde: Unterhaltsam, informativ, gespickt mit Insider-Tipps und Anekdoten. Hinzu kommt bei Isaiasch das Talent, Fische an die Tafel zu zaubern.

Nach einer Dreiviertelstunde ertönt die Schulglocke. „Wollt Ihr eine kurze Pause machen?“, fragt Lohmöller die Schüler. „Nein. Weitermachen“, kommt die spontane Antwort. Den jungen Leuten gefällt´s.

Seit drei Jahren gibt es die Angel-AG an der Hauptschule. Theorie und Praxis lernen die Teilnehmer kennen. Angeln und Schule? Das passt sehr wohl zusammen, weiß Isaiasch, der durch die ganze Welt reist. In England, da gebe es Angeln gar auf Rezept, erzählt der Fachmann. Für hyperaktive Kinder beispielsweise.

Ihm ist daran gelegen, den Kindern etwas beizubringen über den Umgang mit Fischen, über Gewässer – aber „nicht mit erhobenem Zeigefinger“. Und so erzählt er lebendig, wo sich der Zander am liebsten aufhält, schildert ihn als missgünstigen, neidischen Fisch, der sein Fressen keinem anderen Zander gönnt – und wie man ihn als Angler gerade deshalb überlisten kann. Dabei entstehen an der Tafel so ganz nebenbei immer wieder neue kleine Kunstwerke. Augen und Ohren der Zuhörer sind stets gefordert.

Isaiasch hat das Angeln in der Kindheit für sich entdeckt und ist seitdem fasziniert. Viele würden denken, die Ruhe, das Warten sei das besondere am Angeln. „Quatsch“, sagt der Fachmann. „Das Faszinierende ist der Anbiss. Der Ruck an der Route, das ist der Kick.“

Der Angel-Fachmann ist übrigens Diplom-Ökonom und verbindet Beruf und Hobby, arbeitet für eine Angelfirma, hält Vorträge und ist als Journalist tätig. Dass er fünf Sprachen beherrscht, kommt ihm dabei zugute.

Doch eigentlich beherrscht er noch eine sechste Sprache – die der Jugendlichen. Was sie alles von Dietmar Isaiasch gelernt haben, werden sie sicherlich bald am Kanal ausprobieren wollen. Am besten freitags, denn dann beißen die Zander am besten.

Warum? Die Schüler kennen das Geheimnis. Der Profi hat´s gelüftet.

Von Ruth Jacobus


Kraxeln auf der Kletterpyramide

Hauptschule freut sich über Attraktion

Begeistert von der Kletterpyramide sind die Schüler der Klasse 5a, Schulleiter Rudolf Grunden, Fachlehrer Dieter Ottehenning, Ingo Löring und Johannes Lagemann (von links).
Begeistert von der Kletterpyramide sind die Schüler der Klasse 5a, Schulleiter Rudolf Grunden, Fachlehrer Dieter Ottehenning, Ingo Löring und Johannes Lagemann (von links).

TECKLENBURG. Begeistert zeigt sich die Schülerschaft der Hauptschule Tecklenburg über eine neue Errungenschaft: Eine große Kletterpyramide komplettiert nun das sportliche Angebot auf dem Schulhof. Hier können die SchülerInnen sich neuen Herausforderungen stellen und dabei Mut und Geschicklichkeit beweisen. Damit kann der Freundeskreis der Hauptschule Tecklenburg einen lang gehegten Wunsch der SchülerInnen erfüllen, nachdem in der Vergangenheit vornehmlich Investitionen im Bereich Lernmittel und EDV vorrangig waren.

Der Vorsitzende des Freundeskreises der Hauptschule Tecklenburg, Johannes Lagemann, bedankte sich in dieser Woche bei Herrn Löring als Vertreter der Sparkasse Steinfurt für die finanzielle Unterstützung. Die Montage erfolgte durch tatkräftige Mithilfe des Freundes­kreises und ergänzende finanzielle Zuwendung des Schulträgers.

 

Westfälische Nachrichten vom 10.09.2012

 

 

Wasser sprudelt in der Hauptschule

Der Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land (WTL) und der Verein "Wasser für Menschen" sponsoren Trinkwasserspender im Wert von 5000 €

07.09.2012
07.09.2012

Freizeit ohne Computer? Es geht tatsächlich

Projektwoche an der Hauptschule erbringt Beweis: Mit guten Ideen bleibt Langeweile ein Fremdwort

Vorbereitung auf den Schaukampf. Die Gruppe "Leben im Mittelalter" demonstrierte auf dem Schulhof mit selbst gebauten Schildern und Schwertern, wie die Ritter gekämpft haben.
Vorbereitung auf den Schaukampf. Die Gruppe "Leben im Mittelalter" demonstrierte auf dem Schulhof mit selbst gebauten Schildern und Schwertern, wie die Ritter gekämpft haben.

 

 

Tecklenburg. Die letzte Schulwoche vor den Sommerfreien nutzten die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Tecklenburg für das Projekt „Freizeit offline“. Mit Blick auf die großen Ferien beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlichster Projektgruppen mit der Freizeitgestaltung ganz ohne Computerspiele, Internet oder „Facebook“.

Neben schulnahen Projekten, wie dem Kochen und Backen in der Schulküche, Musik und alles „Drum“ rum, einem Kunstprojekt in Osnabrück, Mangas zeichnen, „Crazy Painting“ und eigene Kleidung und Accessoires nähen, gab es ebenfalls Aktivitäten mit Bezug zur Stadt Tecklenburg. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit dem Leben im Mittelalter, halfen auf dem „Ziegenhof“, erforschten den Wald und seine Insekten und erkundeten spezielle Ziele in Tecklenburg mit Hilfe von GPS-Empfängern – dem sogenannten „Geocaching“.

Sportliche Freizeitmöglichkeiten fehlten nicht. Wandern, Golfen, Klettern, Reiten, Schwimmen und Mountainbike fahren standen an. Eher „extravagant" waren die Projekte „Foto-Love-Story“ mit selbst fotografierten Bildern, Schminke und Kosmetik,  „Fastfood“  und die Verwandlung eines Klassenraums in eine gigantische Carrerabahn.

Am Schlusstag der Projektwoche präsentierten die Projektgruppen ihre Erlebnisse mittels Plakaten, Powerpointpräsentationen und Vorführungen. Schüler, Eltern, Lehrer und weitere Besucher kamen unter Anderem zu dem Genuss von selbstgebackenem Kuchen, eigenständig gefangenen und geräucherten Forellen sowie Entspannung durch eine Handmassage der Kosmetik-Gruppe. Die musikalische Gestaltung hatte die Musik-Gruppe übernommen, die für gute Stimmung sorgte.

Ein besonderes Highlight bot die Gruppe „Leben im Mittelalter“, die in bester Bühnenmanier einen Schaukampf mit selbstgebauten Schildern und Schwertern auf dem Schulhof führte.

 

 

Westfälische Nachrichten vom 17.07.2012

 

Vielfältig und pädagogisch wertvoll

Hauptschule unterzieht sich der Qualitätsanalyse / Freude über das positive Ergebnis

 

Tecklenburg. Dass die Hauptschule richtig gut ist, das war immer seine „gefühlte Annahme“. Sagt Bürgermeister Stefan Streit. Doch nun haben er und Schulleiter Rudolf Grunden es schwarz auf weiß. Die Schule hat sich der Qualitätsanalyse des nordrhein-westfälischen Schulministeriums unterzogen und das schriftliche Ergebnis der Prüfer in dieser Woche bekommen.

„Die Analyse gibt es seit sechs Jahren“, erläutert Grunden. Seines Wissens seien erst wenige Schulen im Kreis analysiert worden.

Die Experten haben die Schule genau unter die Lupe genommen. Drei Tage lang waren sie vor Ort, im Unterricht, haben viele Interviews durchgeführt. Was sie dabei gehört haben, muss ihnen wohl gefallen haben. So ist in dem Ergebnis der Analyse zu lesen: „An der Hauptschule Tecklenburg hat sich ein reichhaltiges, vielfältiges und pädagogisch wertvolles Schulleben entwickelt. Es herrscht ein auf Wertschätzung, Respekt und Friedfertigkeit aufbauendes soziales Klima vor.“

Die lobenden Worte gehen weiter. Hervorgehoben wird die „sehr ansprechende Auswahl von Arbeitsgemeinschaften“ und die „stets kompetente und verständnisvolle Beratung bei persönlichen Anliegen und Problemen“ der Schüler.

Von besonderer Bedeutung sei das sehr differenzierte Berufswahlkonzept, das die Schüler beim Weg von der Schule in die Berufswelt beziehungsweise in weiterführende Schulen nachhaltig und erfolgreich unterstütze. Die Zusammenarbeit mit zahlreichen Betrieben und Institutionen sei „vorbildlich ausgebaut“.

Die Experten benennen als zentrale Stärken unter anderem die pädagogische Grundhaltung und das Engagement des Lehrerkollegiums und der Schulleitung sowie die hohe Zufriedenheit der Schüler, Eltern und Lehrkräfte mit dem sozialen Klima, den Mitwirkungsmöglichkeiten und der Organisation der Schule.

Handlungsbedarf sehen die Prüfer unter anderem bei der Förderung des strategischen Lernens, bei der Beteiligung der Lehrkräfte am Personaleinsatz (Stundenplan) und bei der Renovierung des Gebäudes. Bemängelt wurde die fehlende Sporthalle – die allerdings bald kommen wird.


Westfälische Nachrichten vom 05.07.2012

Hauptschüler in Bergen-Belsen

Matheknobelei bringt Spaß an der Hauptschule Tecklenburg

 Tecklenburg. In der schulinternen Vorrunde waren sie die Besten: Es ist nicht die reine Mathematik, die den Jungen und Mädchen der Jahrgangsstufen 5 und 6 abverlangt wird, es sind eher Denksportaufgaben. Der für die Klassen 5 und 6 konzipierte Wettbewerb ist bei den Schülern sehr beliebt. Entscheidend ist hierbei Kreativität. Nicht der schnellste und zwangsläufig beste Rechner gewinnt, sondern derjenige Schüler, der die Denkaufgaben möglichst geschickt gelöst hast.

Am Montag überreichten der Schulleiter Herr Grunden und Mathematiklehrerin Frau Spenthof den erfolgreichen Schülern die Siegerurkunden und kleine Preise.

 

Auf dem Foto von links nach rechts:     Simon Karolak (6a), Lennard Becker (6b), Nico Schulze (5b), Frau Spenthof,  Florian Ueding (6a)     Westfälische Nachrichten vom 14.03.2012
Auf dem Foto von links nach rechts: Simon Karolak (6a), Lennard Becker (6b), Nico Schulze (5b), Frau Spenthof, Florian Ueding (6a) Westfälische Nachrichten vom 14.03.2012

Hauptschule geht neue Wege: Kooperation mit der Handwerkskammer Osnabrück

Wunschberuf erprobt

Tecklenburg. Einen weiteren neuen Weg, neben vielen anderen bewährten, schlägt die Tecklenburger Hauptschule bei der Berufswahlvorbereitung ein. In Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer (HWK) Osnabrück-Emsland nehmen Schüler der Klassen neun und zehn an einer vertiefenden praxis-orientierten Berufserkundung teil.

 

„Die Schülerinnen und Schüler haben im Berufsbildungs- und TechnologieZentrum Osnabrück (BTZ) die Gelegenheit, sich in ihrem handwerklichen Wunschberuf über eine Woche unter betriebsnahen Bedingungen zu erproben. Erfahrene Meister vermitteln berufsspezifische Fertigkeiten und begeistern für modernes Handwerk“, erläutert Reimund Beer, Geschäftsführer der HWK „So ermöglichen wir Schülerinnen und Schülern, die sich noch nicht im Klaren sind, welchen Ausbildungsberuf sie ergreifen wollen, eine konkrete und einmalige Chance“, so Schulleiter Rudi Grunden. Die betriebsnahe Erkundung kann für die Tecklenburger Schülerinnen und Schüler in den Bau- und Ausbauberufen, im Elektro- und Metallgewerbe, im Holzgewerbe und im Bereich der Gesundheits- und Körperpflege stattfinden. Dabei werden sie auf ihre individuelle Ausbildungsreife beurteilt. Neben dem handwerklichen Geschick wird auch das Sozialverhalten, das Interesse am Beruf und das Auftreten analysiert und mit einer bewerbungsrelevanten Bescheinigung dokumentiert. Diese vertiefende Berufswahlorientierung findet im Rahmen einer kooperativen Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland statt. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Hauptschule in Tecklenburg“, so Reinhard Diestelkämper, stellvertretender Leiter des BTZ Osnabrück. „Denn Schüler aus dem Tecklenburger Raum sind auch für die Betriebe aus dem angrenzenden Stadt- und Landkreis Osnabrück interessant, gerade in Zeiten, wo Auszubildende im Handwerk gesucht werden.“ Ein Kooperationsvertrag wird in naher Zukunft mit der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland abgeschlossen.


Westfälische Nachrichten v. 18.2.2012

 

Die Zukunft der Schulen

   

„Abwanderer“ sollen im Ort bleiben

Tecklenburg.

Die Schullandschaft verändert sich. Wie sieht die Zukunft in Tecklenburg aus. Bürgermeister Stefan Streit, GAG-Direktor Hans-Raimund Pfohl und Hauptschul-Leiter Rudi Grunden sind sicher: Tecklenburg hat gute Karten.


Die Informationen über Schulpläne in den Nachbarkommunen werden in Tecklenburg aufmerksam registriert. Wohin der Weg in der Burgstadt führen soll, ist seit Ende Dezember klar. Ziel ist, eine Sekundarschule zu etablieren. Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. „Dies ist ein deutliches Signal“, führt Bürgermeister Stefan Streit aus.

Die Basis für eine Sekundarschule ist gegeben. Der Verwaltungschef verweist auf aktuell 110 Mädchen und Jungen in den ersten Klassen der vier Grundschulen. Dass es in den nächsten Jahren weniger werden, ist ihm klar. „Trotzdem gehe ich davon aus, dass es langfristig insgesamt mehr als 75 bleiben werden“, spielt Stefan Streit auf die von der Landesregierung eingezogene Hürde – mindestens 75 Anmeldungen aus der Kommune für eine Sekundarschule – an.

Dennoch sei klar, dass man aufgrund der bisherigen Schulentscheidungen für das Umland und das örtliche Graf-Adolf-Gymnasium zwingend Kooperationspartner benötigt.

Ein Abstimmungsprozess mit der Bezirksregierung und Gespräche mit Nachbarkommunen über Kooperationen sind daher eine klare Voraussetzung. Dass auch künftig zwei weiterführende Schulen in der Stadt nicht ohne auswärtige Schüler klarkommen werden, darin stimmt er mit den beiden Schulleitern Rudi Grunden (Hauptschule) und Hans-Raimund Pfohl (Graf-Adolf-Gymnasium) überein. Schüler aus Nachbarorten werde es auch künftig geben. Davon sind die Drei im Gespräch mit dieser Zeitung überzeugt.

Die Gefahr, dass neue Gesamtschulen in Greven und Ibbenbüren zu einem Schülerschwund in Tecklenburg führen, sieht Rudi Grunden nicht. Die beiden neuen Schulen seien jeweils vierzügig (vier Klassen je Jahrgangsstufe) konzipiert. „Das füllen die schon mit eigenen Schülern fast komplett“, ist der Hauptschul-Rektor überzeugt.

Beide Schulleiter setzen, ebenso wie der Bürgermeister, darauf, dass die „Abwanderer“ mit Gründung einer Sekundarschule im Ort bleiben. Beispielsweise die potenziellen Realschüler kommender Jahre. „Es ist unser Ur-Interesse, den Anteil auswärtiger Schüler zu reduzieren und den der Tecklenburger Kinder zu erhöhen“, nimmt Stefan Streit kein Blatt vor den Mund. Die Betonung liegt auf Reduzieren, denn an beiden Schulen kommen bis zu 70 Prozent der Schüler eines Jahrgangs von außerhalb Tecklenburgs.

Die Einführung der Fahrtkosten-Beteiligung durch die Eltern auswärtiger Schüler hat nicht so stark durchgeschlagen, wie von einigen befürchtet worden ist. „Das sind bei uns zehn, zwölf Schüler gewesen“, berichtet Rudi Grunden. Stärker getroffen habe die Hauptschule die Unverbindlichkeit der Schulempfehlung vor dem laufenden Schuljahr. Über Sinn oder Unsinn dieser Vorgabe will der Rektor nicht nachdenken. Seine Schule hat es eine Klasse gekostet. Mittlerweile sind 22 Rückkehrer ins Gebäude am Howesträßchen gezählt worden.

Für unverzichtbar hält Raimund Pfohl auswärtige Schüler. „Kein Gymnasium kann ohne sie überleben“, ist der Oberstudiendirektor überzeugt, auch künftig Fünftklässler aus Lotte, Westerkappeln und Ladbergen an Hofbauers Kamp zu begrüßen.

In einem sind sich die Drei einig: Den Begriff „Schülerpotenzial“ werten sie als Zahlenspielerei auf Papier. „Denn die Abstimmung mit den Füßen wird bei allen Planungen über die zukünftige Schulentwicklung entscheiden. Da haben die Tecklenburger Schulen gute Karten.“ Das sagen nicht nur die beiden Schulleiter im Brustton der Überzeugung. Das sagt auch der Bürgermeister.

Zum Schuljahr 2013/2014 sollte die Sekundarschule in Tecklenburg an den Start gehen. „Länger zu warten macht keinen Sinn“, setzt nicht nur Rudi Grunden auf eine zügige Umsetzung der Tecklenburger Schulpläne durch Stadtrat und Verwaltung.

 

Westfälische Nachrichten v. 4.2.2012

Furios, lustig und informativ

Hauptschule bietet am Tag der offenen Tür Einblicke in ihr vielseitiges Angebot

Eine furiose Trampolin-Show präsentierte die Akrobatik-Gruppe
Eine furiose Trampolin-Show präsentierte die Akrobatik-Gruppe
Tecklenburg - „Du bist du - das ist der Clou“, sang der Chor der Hauptschule zur Gitarrenbegleitung. Jeder ist angesprochen, sich als einmalig und unverwechselbar zu verstehen. Zum Thema „Was ist der Mensch?“ präsentierte die Religionsgruppe der Klasse 10 von Pastor Hartmut Bethlehem am Samstag ihre Ergebnisse des Unterrichtsproiekts mit viel Musik und nachdenklichen Songs. Dass der Mensch im Mittelpunkt steht, zeigte sich am Tag der offenen Tür in eindrucksvoller Weise. In dem Theaterstück „Dann hilft nur noch Gewalt!?“ setzte die Klasse 9b unter Leitung von Werner Beckmann einen Jugendroman von Jan de Zanger szenisch um - eine Absage an Hass und Gewalt.
 
Schulleiter Rudolf Grunden begrüßte die zahlreichen Besucher. Außer den interessierten Viertklässlern und ihren Eltern kamen auch Bürgermeister Stefan Streit und viele Ehemalige und Freunde der Schule.
Nach der besinnlichen Einstimmung fand in der Pausenhalle ein besonderes Event statt: Gekonnt präsentierten über ein Dutzend Zehntklässler der Akrobatiktruppe eine furiose Trampolin-Show, die sie mit Sportlehrerin Ines Schäffer-Riesenbeck einstudiert hatten.

Außer dem inszenierten Jugendroman, den die neunte Klasse mit Deutschlehrerin Gudrun Spuhn im Unterricht gelesen hatte, wurden auf der Bühne in Raum 33 Parodien und Sketche aufgeführt. Im „English Corner“ präsentierten Fünft- und Siebtklässler mitreißende Songs und Theaterstücke, die sie mit ihren Englischlehrerinnen Karin Grünewald, Gisela Weber und Sonja Stemmer eingeübt hatten. Auch die Märchenparodien waren gut besucht und brachten die Zuschauer zum Lachen. Hier konnte der achte Jahrgang punkten.

Bei Mathe-Knobeleien gerieten ganze Familien ins Schwitzen. Unter Anleitung der Referendarinnen Wiebke Ransiek und Kathrin Richter wurde der Wissensdurst gestillt. Im Biologieraum erfuhren die Besucher mit allen Sinnen Biologie. Für Fragen der Eltern standen Marianne Spenthof und Alfons Löchte zur Verfügung.

Chemische Versuche, Computer im Unterricht, ein Meerforellenprojekt und eine Ausstellung wurden vom Publikum gut angenommen. Dass Technik nicht nur etwas für Jungs ist, bestätigten Cindy, Pia und Lisa, die Gipsrelief-Figuren mit ihrer Techniklehrerin Hildegard Senge hergestellt haben.

Die Kreishandwerkerschaft Ibbenbüren informierte über berufliche Möglichkeiten im Handwerk. Um einen Einblick zu bieten, wird am Tag der offenen Tür jeweils ein Gewerk präsentiert. Die Auszubildenden Denise Veit und Martin Rothfuchs führten mit ihrer Ausbildungsmeisterin im Friseurhandwerk die Jungen und Mädchen in die Strähnchentechnik ein, demonstrierten Dauerwellen und das Glätten von Haaren.

Die „Berufskundliche Ausstellung“ umfasste außerdem Präsentationen der Deutschen Angestellten-Akademie und der Unternehmen Bischof + Klein, Bunsieck & Partner und Windmöller & Hölscher.

Großen Zulauf hatten die Ausstellungen des Kurses „Garten und Floristik“ von Ingrid Klinkenborg, der Textildekoration und die kreativen Workshops.

Dass der Mensch überall auf der Welt zählt, wurde in dem Eine-Welt-Projekt deutlich. Der Erlös der Tombola und des Bücherflohmarkts geht an das brasilianische Kinderdorf Irati. Die Hauptschule unterhält seit Jahren gute Beziehungen zu dem Kinderdorf.

Fürs leibliche Wohl sorgten vor allem die Eltern, welche viele leckere Kuchen sowie Snacks anboten und bei der Zubereitung internationaler Spezialitäten tatkräftig Unterstützung leisteten. So erkundeten die Gäste der Schule gestärkt die vielzähligen Angebote, darunter auch das Schachturnier, die Ägypten-Werkstatt und die Dokumentation einer Projektfahrt nach Dänemark.

Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung. Schulleiter Rudolf Grunden und Konrektor Thorben Zilske waren sich einig. Am Ende des Tages hatten schon mehrere Eltern ihre Kinder für das nächste Schuljahr angemeldet. Weitere Anmeldungstermine sind vom 27. Februar bis zum 3. März.

(Quelle: WN 24.01.2012,Text: Esther Marx)